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Wie wichtig ist Ihnen Kosequenz in der Erziehung ihrer Kinder?

Wie wichtig ist Ihnen Kosequenz in der Erziehung ihrer Kinder?

Seit ich Kinder habe, ist das Thema Konsequenz immer mal wieder mehr oder weniger präsent.

Wenn mich jemand fragen würde: „Wie wichtig ist Ihnen Konsequenz in der Erziehung ihrer Kinder?“, was würde ich dann antworten?

 

Natürlich stellt sich als erstes die Frage: Was ist Konsequenz? Ich werde dieses Wort jetzt nicht bei Wikipedia nachschlagen und euch eine total korrekte Definition hinklatschen. Ich sag euch, was es für mich bedeutet.

 

Konsequent sein heißt für mich, etwas ohne Wenn und Aber um-/ bzw durchzusetzen. 

 

Und mit meiner Definition, finde ich ist Konsequenz in Sachen Erziehung NICHT das A und O.

 

Ich würde also erstmal behaupten, dass wir mit unseren Kindern nicht sonderlich Konsequent sind. Das kann sich aber jederzeit ändern. Ich glaube es ist auch eine Frage des Kindesalters, wann und in welchen Situationen es angebracht ist seinen Willen bei den Kindern durch zu setzen. Denn es geht ja in dem Moment darum was WIR wollen, was das Kind tut oder eben nicht tut. Das wir uns durch setzen. Natürlich haben wir als Erwachsene mehr Lebenserfahrungen und wissen in vielen Fällen vielleicht auch wirklich, was am besten für das Kind ist. Andererseits ist das Kind doch auch eine eigenständige Person und es hat seinen eigenen Willen und muss seine eigenen Erfahrungen machen. Natürlich müssen Kinder auch lernen, dass bestimmte Dinge bestimmte Konsequenzen haben. Aber müssen sie das immer von uns lernen? Müssen wir als Eltern immer in gewisser Weise in der Macht-Position stehen? Ich weiß ja nicht…

 

Konsequent sein hat auch zwei Seiten für die Eltern. Auf der einen Seite ist es oft ganz schön anstrengend Konsequent zu sein. Man kämpft gegen den Willen des Kindes an und gerade im Trotzalter kann das ein ganz schön harter Kampf sein. Da ist es vielleicht erstmal oft entspannter das Kind einfach machen zu lassen. Allerdings gilt das oft nur für den Moment. Im Nachhinein entstehen dann Situationen, in denen es auf einen zurück fällt, dass man Inkonsequent war.

 

Bei uns ist es z.B. so, dass unsere Kinder viele Freiheiten und wenig Regeln haben. Zu Hause wird auf den Tisch geklettert, hin und wieder auf dem Sofa gegessen, es darf auch schon mal lauter werden und das Sofa wird oft als Trampolin genutzt. Und das sind nur ein paar Beispiele. Wenn man allerdings zu Besuch bei anderen Familien ist, verstehen unsere Kinder natürlich nicht sofort, warum sie gewisse Dinge bei uns dürfen und dort nicht. Hier ist es dann oft anstrengend für mich meine Kinder zu zügeln und ihnen plötzlich neue Grenzen aufzuzeigen. Da hat es natürlich jemand um einiges leichter, bei dem die Kinder von zu Hause nichts anderes gewohnt sind.

 

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Manchmal schäme ich mich ein bisschen, wenn meine Kinder dann mal wieder die lautesten und wildesten sind. Mittlerweile denke ich mir dann aber oft: Sie sollen genau so sein.

 

Natürlich gibt es Grenzen, die man nicht überschreiten sollte und meine Kinder sollten sich schon ein wenig anpassen, wenn wir wo anders zu Gast sind. Aber dann ist es lieber für mich in dem Moment anstrengend, als das ich ihnen zu Hause eine Welt baue, die so überhaupt nicht zu uns und auch nicht zu ihnen passt.

 

Ja ich habe bald 3 Kinder und in vielen Familien läuft vieles wohl ganz anders oder viel geregelter und viel konsequenter ab. Aber es wären einfach nicht wir, wenn wir so leben würden. Es wäre gespielt, gelogen, auferzwungen und falsch, wenn ich versuchen würde einen Bilderbuchalltag umzusetzen. Wir 4, bald 5, sind oft chaotisch, wild, auch mal faul und laut. Das gibt es hier alles.

 

Ich bin ziemlich sicher, dass die Kinder in ein Alter kommen in der Konsequenz eine wichtigere Rolle spielt und dann werde ich das ganze vielleicht auch nochmal ganz anders sehen. Aber jetzt sind sie noch so klein. Sie wollen die Welt entdecken, Fehler machen und uns hin und wieder in den Wahnsinn treiben. Das dürfen und das sollen sie auch. Und ich möchte aufhören mich manchmal für sie zu schämen, oder eher für mich, weil ich das Gefühl habe versagt zu haben.

 

Wir sind so und wir sind so auch genau richtig. Und wenn andere Familien es anders machen, dann ist das ganz gewiss für sie genau richtig.

 

Wie konsequent seid ihr in der Erziehung und wie wichtig ist euch dieses Thema?

Ich freue mich auf eure Kommentare!

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kabloggt
2 Comments
  • Sari

    Ein spannender Text. Wir haben oft das Gefühl, dass wir zu streng mit unserem sind. Von aussen wird uns allerdings immer wieder gespiegelt, dass wir das genau richtig bei unserem Kind machen und es toll geraten ist. Manchmal auch einfach der Vorführeffekt.

    Ich stelle fest, dass es diese Phasen gibt, in denen wir tatsächlich ziemlich konsequent sein müssen und dann gibt es wieder Phasen, in denen wir es überhaupt nicht sind. Deine Definition finde ich übrigens sehr treffend!

    3. November 2016 at 9:00 Antworten
  • Dani

    Ich stimme dir da total zu. Wir haben nur ein Kind (arbeiten am 2ten 😉 ) und sie ist 6. Sie hat viele Freiheiten, wenige Regeln, und die sind vor allem: Haende waschen nach Toilettenbesuch und wenn wir von draussen reinkommen, Sachen nicht auf dem Boden rumschmeissen (obwohl sie das nur sehr langsam lernt) und Muell wegschmeissen und nicht liegen lassen. Das sind Regeln. Alles andere wird vor Ort geklaert bzw hat sie so gelernt. Sie ist Willensstark und uebernimmt gerne die Fuehrung und ist auch schonmal die Lauteste. Aber Konsequenzmaessig mach ich mir da keinen Stress, den ich nicht haben MUSS.

    Zum Beispiel: das ewige Thema Jacke. Wenn das Kind darauf besteht, das es keinen Anorak braucht, obwohl ich weiss das es draussen super kalt bzw nass ist, dann geht es ebend ohne raus. Ich nehm den einfach mit und frage ab und zu mal, ob ihr kalt ist. Den Streit hab ich mir von Anfang an gespart. 🙂

    Konsequent bleib ich eigentlich vorallem wenn wir in Laeden stehen, und sie schon wieder Suesses will oder Spielzeug und ich das mir nicht erlauben kann bzw sie schon was bekommen hat. Sie ist dann schnell boese und haut ab oder versucht zu betteln, aber ich bleib dann stur und erklaere ihr immer wieder warum das nicht geht. Wir hatten da schon richtige haessliche Szenen. 🙁 Aber wie soll sies sonst lernen. (Das Schlimme ist ja, das mein Mann darauf besteht, das ich sie verwoehne, was totaller Quatsch ist. Wenn sie alles bekommen wuerde wonach sie fragt, haetten wir viel weniger Krach, wir beiden.)

    Bei mir war von Anfang an klar, das ich das alles mit Bauchgefuehl mache. Regeln und Routine und das Alles ist fuer uns nichts. Und bis auf ihre Gierigkeit in Sachen Suesses und Spielzeug, ist sie uns ganz gut gelungen 😉

    Dani

    21. November 2016 at 20:00 Antworten

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