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MUTTIPLE CHOICE – VON DEN VORSTELLUNGEN DES MUTTER-SEINS UND MEINER REALITÄT

MUTTIPLE CHOICE – VON DEN VORSTELLUNGEN DES MUTTER-SEINS UND MEINER REALITÄT

2012-04-28 08.32.36

DER Schwangerschaftstest mit dem ich damals erfahren habe, dass ich mit Onno schwanger bin

Wie war das eigentlich so?

Man entscheidet sich dafür ein Kind zu bekommen – ob nun geplant oder nicht – und dann hat man doch irgendeine Vorstellung davon, was einem bevorsteht. Ich war immer der Ansicht, dass ich nicht naiv an die Sachen ran gehe. Ich wusste mit einem Kind verändert sich das ganze Leben.
Das was man oft so hört ist die Aussage: Mit einem Kind kannst du nicht mehr einfach feiern gehen. Und ich war DOCH naiv. Ich habe es mir in der Tat leichter vorgestellt. Ich dachte im Prinzip nur daran, dass ich eben nicht feiern gehen oder ins Kino gehen könne. Und da ich sowieso so gut wie nie gefeiert habe und jetzt auch nicht allzu oft ins Kino gegangen bin und generell immer schon eher eine Stubenhockerin war, stellte ich mir vor das sich für MICH ja eigentlich nicht viel ändern würde.
Jetzt weiß ich, ich bin ein ganz anderer Mensch als zuvor.
Ich kann nicht nur Abends nicht feiern oder ins Kino gehen, im Prinzip verlasse ich Abends überhaupt nicht mehr das Haus. Ich bin abends NIE draußen. Dabei mochte ich es immer sehr abends draußen zu sein. Besonders im Sommer. Quasi bin ich sobald die Kinder im Bett sind an die Wohnung gebunden.
Ich kann auch nicht mal eben irgendwo hin fahren und schnell zur Post / zum Bäcker / zur Apotheke. Immer muss ich erst die Kinder anziehen, anschnallen, abschnallen, mit in den Laden nehmen, aufpassen das sie kein Chaos veranstalten, wieder anschnallen, wieder nach Hause, wieder abschnallen. (Klar, ab und zu ist mein Mann dann ja doch auch da – trotzdem gibt es obige Situationen sehr oft). Und nein, ich lasse meine Kinder NIE alleine im Auto. Auch nicht kurz. NIE.
Der Weg vom Auto in die Wohnung nervt mich ja sogar schon. Ein (mittlerweile echt) schweres Kind auf dem Arm, das andere an der Hand damit es nicht überfahren wird. Meine Tasche noch irgendwie umhängen, die im meistens noch ständig von der Schulter rutscht. Wenn dann auch noch Einkäufe oder Onnos Tasche oder sonst etwas dazu kommt – Halleluja. Im schlimmsten Fall rutscht dann auch noch meine Hose (das ist gerade der Fall, weil ich dringend einen Gürtel brauche und gerade keinen mehr habe :D) Nein auch in der Wohnung lasse ich die Kinder nicht alleine. Sonst könnte ich ja eben noch ein zweites Mal zum Auto gehen.
Dinge die ich in meinem „anderen“ Leben besonders gerne gemacht habe sind zB Musik hören, zocken und lesen. Musik fehlt mir oft. Meistens ist es mir mit beiden Kindern zu laut und nervig Musik an zu machen. Wenn ich es dann doch mache, brüllt Onno sofort los. Er mag das überhaupt nicht, wenn ich Musik anmache. Mittlerweile darf ich sogar nicht mal mehr im Radio die nervigen Charts hören weil der Herr lieber Feuerwehrmann Sam hört und sonst sowieso die ganze Fahrt brüllt wenn ich es nicht anmachen würde. Abends wenn die Kinder schlafen, ist alles was laut ist sowieso tabu. Und Musik muss laut! Beim Sport höre ich jetzt immer Musik – mache die Zufallswiedergabe an und wundere mich nicht mal mehr wenn ich plötzlich den Soundtrack von der Eiskönigin im Ohr habe und mitsumme. Gelesen habe ich selten zu Hause. Meistens wenn ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs war oder irgendwo im Wartezimmer saß. Das bin ich generell nur noch selten und wenn dann natürlich nie alleine. Na und fürs zocken habe ich schlicht und einfach keine Zeit oder nicht mehr die Zeit die ich dafür bräuchte um auch wirklich Spaß am Spiel zu haben.
Generell fast alle Dinge die ich machen muss oder möchte muss ich irgendwie zumindest ein bisschen planen.
Seitdem ich Kinder habe bin ich schusselig, kann mir nichts mehr merken und mich nicht konzentrieren. Die Kinder füllen einfach meinen ganzen Kopf aus. Mein Ganzes denken und Handeln richtet sich in irgendeiner Weise nach den Kindern. Und das waren jetzt nur ein paar Beispiele.
Aber nicht, dass ihr jetzt denkt ich möchte euch aufzählen was es alles für Nachteile hat eine Mama zu sein. Jetzt kommen ein paar Dinge die sich zum positiven Verändert haben seid ich Mama bin.
 
Erst einmal muss ich sagen, dass ich in meinem „alten Leben“ immer das Gefühl hatte unglücklich zu sein. Es lief für mich nie gut oder gut genug. Ich habe immer darauf hingearbeitet eine glückliche Beziehung zu führen. Das war in der Tat mein Lebensziel. Jetzt bin ich zwar auch oft nicht richtig glücklich, was wahrscheinlich mit Schilddrüsenhormonen und einer endogenen Depression zusammen hängt (dort bin ich aber jetzt endlich in Behandlung). Aber eigentlich habe ich nichts mehr was mich besonders unglücklich macht. Ich habe einen Mann und 2 wundervolle Kinder, und damit das erreicht was ich im Leben wollte. Ich fühle mich sicher bei und mit meiner Familie. Es war genau das Richtige!
Durch meine Kinder habe ich auf jeden Fall mehr Selbstbewusstsein bekommen auch wenn es immer noch zu wenig ist. Aber ICH bin die Mama von MEINEM ONNO und MEINER KARLA und sie brauchen und lieben mich. Das fühlt sich in der Tat gut an. Wir brauchen und gegenseitig!
Was für mich mit die schönste Veränderung ist, ist das ich damals so gut wie gar keine Sozialkontakte hatte. Ich fand ich hatte nichts was mich mit anderen verbunden hat. Es hat alles nie so gepasst und das was die anderen immer alles so gerne gemacht haben, hat mich nie interessiert (hier zB wieder das Thema feiern). Jetzt habe ich mittlerweile doch recht viele Kontakte. Und über einige bin ich besonders froh, da einfach richtige Freundschaften entstanden sind. Das alles hat seine Zeit gedauert. Teilweise sind es auch oft hauptsächlich die Kinder die einen zusammen bringen und man hätte sich vielleicht unter anderen Bedingungen nicht angefreundet. Es sind aber auch wirkliche Freundschaften entstanden, die über das gemeinsame Thema Kinder hinausgeht. Ich habe über die Zeit jetzt aber auch gelernt mehr auf Leute zu zu gehen und vor allem, dass man sich nicht auf Vorurteile verlassen sollte – denn seien wir mal ehrlich, Vorurteile haben wir doch eigentlich alle. Mehr oder weniger. Und ich habe jetzt schon mehrere Menschen kennen gelernt bei denen ich zuerst einen gewissen Eindruck hatte der sich im Endeffekt gar nicht bestätigt hat.
Zum Schluss aber noch die aller schönste und wichtigste Veränderung seit ich Mama bin. Nichts ist so schön wie die Liebe zu seinen Kindern. Nichts so wundervoll zu beobachten wie sie groß werden und ein Teil von dem Ganzen zu sein. Eine Familie. Meine Familie. Das hört sich vielleicht „abgedroschen“ an. Man liest es überall.
Im Rahmen von unserem tollen Projekt Muttiple Choice – 7 Mama´s 1 Thema erzählen euch auch Ann-Kathrin, Sarah, Julia, Anja, Lea und Lisa etwas über das Thema „Vorstellung vs. Realität“! Schaut unbedingt bei den anderen Mädels mit ihren wundervollen Blogs vorbei.
Aber ihr lieben Frauen da draußen, ob mit Kinderwunsch oder schon schwanger:
 
Ich habe versucht euch zu erzählen was sich wirklich verändern kann, was es wirklich bedeutet Mutter zu sein, aber ihr werdet die Erfahrung selbst machen müssen und ich bin sicher ihr werdet merken das ihr niemals damit gerechnet hättet das es genauso sein wird wie es eben sein wird. 
 
 
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Mama sein ist anstrengend, hart, verwirrend, kompliziert und ganz ganz WUNDERVOLL!
 
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Im Rahmen von unserem tollen Projekt Muttiple Choice – 7 Mama´s 1 Thema erzählen euch auch Ann-KathrinSarahJuliaAnjaLea und Lisa etwas über das Thema „Vorstellung vs. Realität“! Schaut unbedingt bei den anderen Mädels mit ihren wundervollen Blogs vorbei.
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