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Mama und Papa haben Streit! Eltern sein – Paar sein.

Mama und Papa haben Streit! Eltern sein – Paar sein.

Ach, was war das schön, als wir frisch verliebt waren. Als wir noch keine Kinder hatten. Wir hatten uns einfach immer lieb. Das größte Streitthema war höchstens, welchen Film man anschauen möchte, oder wer den Müll raus bringt. Im Endeffekt habe ich immer die Filme ausgesucht und mein Mann immer den Müll raus gebracht, aber das tut jetzt eigentlich nichts zur Sache.

 

Schon mit einem Baby – wenn auch einem sehr pflegeleichten – merkten wir, dass sich etwas veränderte. Zuerst war es nur, dass wir einfach viel weniger Zeit hatten uns lieb zu haben. Also so ganz banal. Wir lagen nicht einfach den halben oder auch den ganzen Sonntag kuschelnd im Bett und guckten Fernsehen, oder gingen zu zweit etwas Essen oder ins Kino. Wir hatten uns vorher die meiste Zeit gegenseitig Aufmerksamkeit geschenkt. Die wurde dann plötzlich umgelenkt, auf dieses kleine Wesen. Wir sahen uns gar nicht mehr an, denn alle Blicke galten dem kleinen Onno. Bevor er da war, gab es unzählige Bilder von uns als Paar. Ab dem 26.12.2012 habe ich nun unzählig viele Ordner mit Bildern von Onno. Dann von Onno und Karla, jetzt von Onno, Karla und Paul.

Je mehr Kinder es wurden und je älter sie wurden, desto mehr Aufmerksamkeit forderten diese ein. Also wären wir wieder beim Thema – Wir haben keine Zeit mehr für uns – als Paar. Und wisst ihr, selbst wenn man dann Zeit für einander hätte, ist es auch nicht der Hit. Das ist dieses: Oh wie schön, jetzt haben wir gerade keine Kinder, lass uns mal Händchen halten. Es ist geplant. Es ist nur innerhalb dieses bestimmten Zeitraumes möglich sich nahe zu sein. Also ist es kacke, ganz ehrlich. Dazu kommt noch, dass man ja auch manchmal einfach nur Zeit für sich ganz alleine braucht. Also: Zeit für und mit dem Partner, sowie Zeit für sich selbst ist mit Kindern einfach Mangelware und immer irgenwie gezwungen und unsicher. Denn das Kind könnte jederzeit aufwachen, krank aus dem Kindergarten abgeholt werden müssen, oder, oder, oder. So ist das eben, wenn man Kinder hat. Schön und gut.

 

Wir stellen also fest, dass wir ohnehin schon nicht mehr den selben Draht zueinander haben, wie vor den Kindern. Die Beziehung ist gestört durch einen Faktor mal Drei. 😉

 

Und plötzlich kommen weitere Unstimmigkeiten hinzu. Denn selbst wenn wir uns über die großen Themen der Erziehung einig sind, gibt es so viele Momente in denen wir es dann doch nicht sind. Ich sage: Die Kinder dürfen nur einen Joghurt am Tag essen. Der Mann gibt ihnen zwei. Kein Weltuntergang, aber solche Dinge in der Masse bringen irgendwann das Fass zum Überlaufen. In solchen Momenten bin ich einfach nur sauer und genervt. Von meinem Mann. Und ihm geht es sicher genauso. Dann fällt es mir oft schwer mich zu erinnern, wie gerne wir uns eigentlich habe. Denn das haben wir! Daran bestehen keinerlei Zweifel.

 

Aber eines wird mir dann doch jedes Mal erneut klar. Im Endeffekt sind die Kinder immer der Auslöser dafür, dass es hier symbolisch knallt. Und das gehört auch dazu und macht sie deswegen nicht zu Schuldigen. Aber irgendwann sind die Kinder groß. Irgendwann, in einigen Jahren beschränken sich die Unstimmigkeiten womöglich wieder nur auf das Fernsehprogramm und die Hausarbeit. Welche natürlich auch wieder geringer wird, wenn wir nicht mehr 3 kleine, wilde Kinder haben. 😉

 

Irgendwann haben wir wieder Zeit. Zeit für uns alleine und vor allem ganz viel Zeit für uns als Paar. Und vielleicht fühlt sich das dann auch wieder so an, als wären wir frisch verliebt. Ich freue mich schon sehr auf diese Zeit. 

 

Bis bald,

 

P.S. Ich denke es ist eigentlich nicht nötig zu erwähnen, dass wir natürlich sehr glücklich über unsere 3 Wildlinge sind und sie niemals missen möchten, aber ich lasse es euch trotzdem noch wissen.

kabloggt
5 Comments
  • Dani

    Kann ich alles super nachvollziehen, und wir haben nur ein Kind (plus eins aufm Weg). Was uns hm ja.. zerissen hat war vor allem das Kind, welches mich jedesmal vom Papa weggeschubst hat.. ‚MEINE Mami!!‘ Also haben wir nicht mehr Hände gehalten, nicht mehr nah beieinander gesessen usw. 🙁 Das hat sich dann erweitert, weil er den ganzen Tag arbeiten ist und ich 24/7 mit dem Töchterchen zu Hause bin. Mich mit ihr rumstreite, wir unsere kleinen Regeln haben und er dann dazwischen funkt. (Muss ich so sagen)

    Is echt schwierig. Man sagt Verflixtes 7tes Jahr, aber bei uns war es 3 und 4.. und wir habens irgendwie geschafft aber heile is es noch nicht.

    Die Tochter ist jetzt 7 und naja.. mal sehen was das nächste Jahr bringt. 🙂 Wünsch Euch jedenfalls alles Liebe

    Dani

    21. Oktober 2017 at 22:15 Antworten
  • Julia

    Schön geschrieben.
    Ich habe leise im Hinterkopf die Angst dass man dann „wenn die Kinder groß sind“ nicht mehr zueinander findet, sich verloren hat….sieht man ja oft genug, Paare die sich trennen wenn die Kinder aus dem Haus sind. :/

    21. Oktober 2017 at 22:24 Antworten
  • Katharina

    Wahre Worte und nichts untypisches. Viele verlieren sich und seine Partner als Eltern aus den Augen, der Fokus liegt bei den Kindern. Bei uns flogen oft die Fetzen dann wuchsen wir irgendwann zusammen, lernten uns weiter kennen inzwischen können wir uns mal streiten ohne am nächsten Tag es dem anderen übel zu nehmen. Wir schätzen uns als Partner und Freunde und hauen uns die Köpfe ein. Bei uns sind die Kinder selten das Streitthema, eher dass der andere sich nicht genug beachtet fühlt. Dann merken wir wieder es ist Zeit für uns, die dann meistens abends stattfindet. Eine Zeit nur als Paar gab es bei uns nie, da ich bereits, damals vor 8,5 Jahren, meine Tochter mit in die Beziehung brachte. Ich finde eine Beziehung wächst genauso wie ein Kind und hat Phasen. Man muss daran arbeiten und am Ball bleiben und darf nicht aufgeben 🙂

    22. Oktober 2017 at 10:44 Antworten
  • Sabrina

    Bei mir ist es irgendwie genau umgedreht. Wir hatten Höhen und Tiefen und doch sind wir uns gerade mit Kindern nun viel viel viel näher und auch inniger als noch ohne Kinder. Ich würde manchmal gerne die Welt anhalten und habe dafür mehr Angst davor, was wird, wenn die Kinder größer sind… So rum geht es also auch 😀

    29. Oktober 2017 at 17:07 Antworten
  • Sonja

    Hey Ka, das hast du wie immer so gut getroffen beim Schreiben. 😀 Das es mal knallt, gehört für uns auch dazu. Ganz natürlich, wenn jeder gern die Richtung bestimmt wie hier… haha… Ich hab dich übrigens für den Recognition Blog Award nominiert. https://sonjaschreibt.com/2017/11/10/blogger-recognition-award-ich-bin-ein-nominee-wie-cool/ Ganz liebe Grüße, Sonja

    11. November 2017 at 13:05 Antworten

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