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Kind Nummer 4?

Kind Nummer 4?

Das interessiert scheinbar jeden!!!

 

Auch wenn ich diese Frage schon viele Male beantwortet habe, so kommt sie doch immer und immer wieder. Wollt ihr noch ein Viertes? 

 

Diese Frage möchte ich heute noch einmal ausführlich für euch beantworten. Und dazu fange ich ganz von vorne an.

Bei meinem bzw. unserem ersten Kinderwunsch.

Ich war 23 Jahre alt und traf den Mann meiner Träume. In einem St. Pauli Merchandise Geschäft direkt am Stadion stand ich mit besagtem Traummann plötzlich vor einem Babystrampler mit St. Pauli Logo. Ich glaube meine Worte waren in etwa so: Och, so ein Baby!? Daraufhin kam irgendwas, ich weiß nicht mehr was, jedenfalls nichts was meine Frage verneinte. Wir beschlossen also nach gerade mal 2 oder 3 Monaten Beziehung, dass wir uns ein gemeinsames Kind wünschen. Und das klappte dann schneller als erwartet – nämlich im allerersten Übungszyklus.

 

Die Freude war riesig, doch hielt nicht lange. Natürlich freute ich mich weiterhin darüber, dass wir ein Kind bekommen würden. Es ging mir allerdings sehr schlecht. Ich wurde erst krank geschrieben und bekam anschließend ein Beschäftigungsverbot. Ich hatte mit wirklich schlimmer Schwangerschafts-Übelkeit – Hyperemesis Gravidarum- zu kämpfen. Ich habe mich den ganzen Tag übergeben und konnte nicht einen klitzekleinen Schluck Wasser in mir behalten. Erst dachte ich, ich müsse sterben und irgendwann hatte ich das Gefühl ich wolle lieber sterben, als das noch länger zu ertragen. Aber es war absehbar, auch wenn 9 Monate eine lange Zeit sind. Es sollte etwas wunderbares entstehen. Unser Onno. Und er kam und machte uns zu sehr glücklichen Eltern.

 

Schon bevor es mir mit Onnos Schwangerschaft so schlecht ging sprachen wir darüber, dass wir uns auf jeden Fall zwei Kinder wünschen. Wir alberten rum. Unsere Kinder hießen in unserer Vorstellung Finn und Lilli. Wir malten Bilder mit den Namen und Herzen dazu. Wir waren eben noch jung und frisch verliebt. Nun, es wurde dann kein Finn (zum Glück) sondern ein Onno. Als Onno etwas älter als ein Jahr alt war beschlossen wir Kind Nummer 2 anzugehen. Natürlich mit der Angst, es könnte mir wieder so schlecht gehen wie bei Onno. Doch ich bin stets optimistisch und glaubte an den Satz: Jede Schwangerschaft ist anders.

 

Diesmal brauchte ich 3 Monate um schwanger zu werden. Ich glaube jedoch, dass ich im zweiten Übungszyklus schon schwanger war, aber einen extrem frühen Abgang hatte. Es fühlte sich irgendwie so an. Und dann einen Monat später war ich dann ja tatsächlich schwanger. Und die Übelkeit kam wieder. Wie auch in Onnos Schwangerschaft landete ich dann irgendwann im Krankenhaus. Über Instagram bekam ich dann damals von einigen anderen Betroffenen einen Medikamenten-Tipp. Ich nahm anschließend Agyrax und musste mich ab der 14. Woche nicht mehr übergeben. Die Übelkeit blieb trotzdem auch wieder bis zum Schluss. Schon in Onnos Schwangerschaft hatte ich zusätzlich ordentlich Probleme mit Ischias und Symphyse. Da ich damals aber sowieso kaum 2 Meter gehen konnte weil ich so schwach vom ständigen übergeben war, waren diese Symptome zu der Zeit nicht so schlimm für mich. Bei Karla musste ich mich allein durch den kleinen Onno viel mehr bewegen und die Schmerzen machten mir sehr zu schaffen. Zusätzlich zu der Übelkeit und den Schmerzen sind meine Schilddrüsenwerte in den Schwangerschaften immer viel schlechter. Ich habe es nicht geschafft die Werte ordentlich in den Griff zu bekommen. Wenn meine Schilddrüsenwerte schlecht sind falle ich leider immer in eine Art Depression. Ich bin dann in höchstem Maße Antriebslos, teilweise Apathisch . So war es dann in Karlas Schwangerschaft. Ich war kaum in der Lage mich um irgendetwas zu kümmern und war froh, wenn ich es noch gerade so rechtzeitig zur Toilette geschafft habe. Denn dafür musste ich schließlich aufstehen, ich wollte mir ja eher nicht in die Hose machen.

 

Aber auch Karlas Schwangerschaft haben wir überstanden. Wir – weil es für Tobi natürlich auch wieder furchtbar war. Er hatte nicht nur einen Job und Onno den er Versorgen musste, sondern er musste sich auch um mich kümmern. Für uns war klar: Ein drittes Kind wird es nicht geben. Ich wollte mich niemals wieder so furchtbar fühlen.

 

Karla war – genau wie Onno damals – etwas über ein Jahr alt und wir dachten doch wieder an ein Kind. Ich hatte nicht vergessen, dass die Schwangerschaften schlimm waren, aber es war mir natürlich nicht mehr bewusst wie schlimm es wirklich war. Und wir konnten uns nicht so wirklich vorstellen nie wieder ein Baby zu haben. Außerdem fühlten wir uns mit Onno und Karla gerade nicht sonderlich ausgelastet. Wir hatten noch Platz für eine Nummer 3.

 

Der Entschluss ein drittes Kind zu bekommen fiel sehr schnell. Tobi und ich haben etwa 20 Minuten darüber gesprochen und dann überlegte Tobi schon wie Kind Nummer 3 heißen könnte. Wir wollten gerne aber noch einen Monat abwarten, damit die Geburtstage der Kinder nicht zu dicht aneinander liegen. Und ich weiß, dass ist jetzt sehr intim, aber es passierte in diesem Monat nur ein einziges Mal. EIN MAL. Und wir verhüteten natürlich nicht, weil der Entschluss für Kind Nummer 3 schließlich schon stand.

 

Wir waren auf einem Bauernhof Urlaub und standen bei DM. Tobi sah günstige Schwangerschaftsteststreifen und meinte wir könnten es ja einfach mal probieren. Ich lachte nur, weil mir klar war, dass der Test wohl kaum positiv sein kann. Trotzdem nahmen wir ihn mit und waren dann doch ein wenig geschockt, als tatsächlich 2 Striche zu sehen waren. Nun gut, ob jetzt ein Monat später oder früher war dann auch egal. Ausgerechnet war Paul dann 1 Tag nach Karlas Geburtstag. Er kam aber wie alle meine Kinder etwas früher und somit haben wir unsere Geburtstage jetzt am 26.12., am 19.1. und am 29.1. !

Nun, in meiner letzten Schwangerschaft musste ich mich gar nicht übergeben, außer als ich einen Magen-Darm Infekt hatte. Trotzdem war mir wie immer schlecht. Von morgens bis abends und vom Anfang bis zum Ende der Schwangerschaft. Nun hatte ich 2 kleine Kinder zu Hause um die ich mich hätte kümmern müssen. Die körperlichen Beschwerden kamen wieder und so auch die Depression. Mit voller Wucht. Mein Mann stemmte alles. Es war schlimm. Auch, weil ich helfen wollte aber einfach nicht konnte. Und mein Mann war so unfassbar verständnisvoll. Für jemanden, der keine Ahnung hat wie es sich anfühlt wenn man wie gelähmt ist ziehe ich wirklich meinen Hut. Wäre ich nicht selbst in dieser Situation gewesen hätte ich wohl kein Verständnis dafür gehabt wie ich 9 Monate auf dem Sofa vegetierte. Meine Beine waren nicht gebrochen. Rein physisch hätte ich aufstehen können, und trotzdem ging es nicht. Trotz der Schilddrüsen-Tabletten. Diesmal litt nicht nur mein Mann und meine Familie unter meinem Zustand sondern auch meine beiden schon geborenen Kinder. Ich möchte also sagen, die letzte Schwangerschaft war die schlimmste, auch wenn es mir rein körperlich in der ersten Schwangerschaft am schlechtesten ging.

 

Lange Rede kurzer Sinn: Meine drei Schwangerschaften sind der Hauptgrund, weswegen wir kein Viertes Kind mehr bekommen werden.

Aber das ist nicht der einzige Grund. Wo ich mich zu Beginn der Schwangerschaft mit Paul mit zwei Kindern noch nicht sonderlich überbelastet gefühlt habe, so wurde es schon kurz nach Pauls Geburt so anstrengend, dass ich immer und immer wieder an meine Grenzen kam. Das hat sich bis heute nicht geändert. Das lag aber nicht daran, dass wir nun noch ein drittes Kind hatten. Paul schlief fast durchgängig und weinte quasi nie. Aber Karla wurde 2 Jahre alt und Onno 4 Jahre alt. Die Geschwister-Krisen unter den beiden fingen an und Karla kam in die Trotzphase. Mittlerweile ist Paul mehr wach, als das er schläft und hat mit seinen ersten Zähnchen zu kämpfen. Ich kann ehrlich sagen: Ein viertes Kind würde ich einfach nicht mehr schaffen. Ich bin vollends ausgelastet, aber trotzdem unendlich glücklich, dass wir drei wunderbar wilde, freche, selbstbewusste, laute Kinder haben. Hätten wir ein bisschen länger gewartet, also bis die stressige Zeit mir Karla und Onno anfing, hätten wir uns wahrscheinlich gegen ein drittes Kind entschieden und unseren Paul-Schatz würde es gar nicht geben. Also, alles richtig gemacht und einen wundervollen Alters-Abstand von immer ziemlich genau 2 Jahren geschafft.

 

Es macht mich hin und wieder traurig, dass ich nie wieder ein Baby haben werde, aber immer nur für einen kurzen Moment.

 

Und irgendwann darf ich vielleicht wieder ein Baby im Arm halten, dass ein klein bisschen auch mein eigenes ist, weil es mein Enkelkind ist.

Darauf freue ich mich schon jetzt!

 

Erzählt mir doch gerne mal von eurer Familienplanung. Wie lief das so ab. Habt ihr damit abgeschlossen? Warum oder warum nicht? Ich finde das wirklich super spannend.

 

Bis bald,

kabloggt
9 Comments
  • Emma I.

    Haben deine Kinder etwas von deiner Schilddrüsenunterfunktion abbekommen?
    Ist es nicht häufig so, dass Kinder deren Mütter während der Schwangerschaft mit der Schilddrüse Probleme haben, chronische Schilddrüsen Probleme bekommen?

    3. September 2017 at 21:24 Antworten
    • kabloggt

      Davon habe ich ja noch nie etwas gehört. Aber Erkrankungen der Schilddrüse sind generell vererbbar. In unserer Familie haben einige Probleme mit der Schilddrüse. Dagegen kann man leider nichts machen. Viele Grüße

      3. September 2017 at 21:27 Antworten
      • Manuela

        Hast du dich schon auf Hashimoto testen lassen? Ich habe es zusätzlich zur Unterfunktion 🙁 wie leider ziemlich viele andere auch-oft ohne es zu wissen und was für Symptome einem da quälen. Alles Liebe und Grüsse aus dem Burgenland

        3. September 2017 at 23:52 Antworten
        • kabloggt

          Liebe Manuela,
          Ja, ich habe Hashimoto.
          Liebe Grüße

          4. September 2017 at 4:05 Antworten
  • Elisa

    Danke für diesen Einblick! Diese Zusammenfassung war für mich echt spannend.

    Wir haben 2 Jahre auf unsere Wunder warten müssen, wurden aber direkt mit Zwillingen belohnt. 😉 Eine Stunde nach ihrer Geburt, wir waren im Kreißsaal, sprachen wir direkt über ein drittes Kind. Unsere Jungs hatten gerade ihren ersten Geburtstag und die Verhütung in die Ecke geworfen. Wir lassen es aber langsam angehen und schauen mal wie lange es diesmal dauert. Alles ohne Stress, denn ich habe schon so viel mehr als viele andere: Eine Familie mit 2 gesunden Kindern.

    3. September 2017 at 21:39 Antworten
  • kristin geitner

    Danke für deinen Bericht, ich fühle mit dir 😀
    Nein mal im Ernst, ich kann das selbe nun nach Kind Nummer 4 auch sagen.
    Nur das es bei mir heißt Kein 5. Kind mehr.
    Kinder sind wundervoll und ich wollte immer viele, da ich den passenden Partner seit 10 Jahren gefunden habe.
    Aber die SSW mit Mausiii Nummer 4 hat mir körperlich und auch geistig doch sehr zugesetzt und das gebe ich gerne offen und ehrlich zu.
    Die Schwangerschaft war so ganz anders, daher hatten wir auch den verdacht es wird nach 3 Mädchen ein Junge 😀
    Aber dem war nicht so, was auch nicht schlimm ist.
    So musste ich nicht nocheinmal komplett was Sachen und andere Dinge angeht von vorne anfangen.

    4. September 2017 at 4:18 Antworten
  • Christina

    Sehr schöner Einblick in das Entstehen einer wunderbaren Familie! Und am Anfang der Geschichte konnte ich mich auch selbst so szark wiederfinden, auch wir waren gerade 3 Monate zusammen als wir ins für unser Kind entschieden haben und auch mir ging es in der Schwangerschaft so schlecht dass ich jetzt schon Angst vor der nächsten habe. Es ist immer schwierig für außenstehende zu verstehen wie mies es einem psychisch geht wenn der Körper nicht mitspielt.

    Liebe Grüße, Christina
    http://www.thenewmommydiaries.com

    4. September 2017 at 12:46 Antworten
  • Franzi

    Spannende Geschichte!
    Für Nummer 1 haben wir auch Ein Jahr gebraucht (mit einem sehr frühen Abgang) und dann hieß es an seinem ersten Geburtstag- noch ein Kind oder Karriere. Und es wurde Baby Nummer 2😉 diesmal direkt beim ersten Mal, auch mit dem Gefühl „ach das dauert doch wieder“😂
    Jetzt kümmere ich mich dann doch wieder um meine Laufbahn.
    Aber ich hätte gern nochmal ein Kind. Die zweite Schwangerschaft war sehr anstrengend und lief so nebenher. Müsste der Mann nur auch nochmal wollen. Aber das hat ja auch noch etwas Zeit.

    4. September 2017 at 20:10 Antworten
  • Sandra

    Diese furchtbaren depressiven Phasen durch die Schilddrüse kenn ich nur zu gut… Die letzten Wochen hatte ich auch wieder so Probleme, dass ich z.T. nur heulend rumlag und völlig fertig war, wie gelähmt… Langsam geht’s wieder bergauf, aber die Angst vor dem nächsten Schub sitzt mir oft im Nacken…

    7. September 2017 at 14:32 Antworten

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