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Gibt es noch Mütter ohne Ängste?

Gibt es noch Mütter ohne Ängste?

Ich habe momentan oft den Anschein umzingelt von ängstlichen Müttern zu sein. Online sowie im realen Leben. Ich akzeptiere das. Jede Mutter darf mit ihren Kindern so sein wie sie möchte. Und doch frage ich mich oft, wieso diese so übervorsichtig sind. Wo kommt das her und warum steckt das nicht auch in mir?

 

Ich war schon immer eine sehr entspannte Mutter. Auch bei Onno – meinem ersten Kind.

 

Ich habe ihn stets alles erkunden und erklimmen lassen. Er ist ein mal etwas doller von meinem Nachttisch gestürzt. Da war er vielleicht 11 Monate alt. Er hat ordentlich aus dem Mund geblutet, ihm ist ein  Stück Zahn raus gebrochen und seither ist der Zahn leicht schwarz – macht aber keinerlei Probleme. Damals habe ich ihn getröstet, nachgeschaut, ob er eine gefährliche Beule hat und abgewartet ob er sich auffällig benimmt oder ihm Übel wird. In den Fall wäre ich natürlich ins Krankenhaus gefahren. Aber da nichts mehr war, blieb ich zu Hause.

 

Ich war 2 Mal aufgrund von einer Platzwunde im Krankenhaus. Einmal mit Onno und einmal mit Karla. Da war aber stets alles in Ordnung.

Ansonsten ist meinen Kindern noch nie wirklich etwas passiert. Sie fallen äußerst selten. Ich glaube, weil ich sie immer machen lasse. Sie sind sicher, weil sie viel erproben können. Ich lasse sie nirgends alleine und habe immer ein Auge auf sie, keine Frage. Wenn etwas passieren sollte, bin ich sofort zu Stelle.

Vielleicht hatte ich bisher auch nur ganz viel Glück und selbst wenn dann doch mal etwas passieren sollte – es kann immer etwas passieren. Egal wie gut man auf sein Kind Acht gibt und wie sehr man es vor allem bewahren möchte.

 

Natürlich möchte ich auch keine Gefahren provozieren. Aber wenn mir zum Beispiel ein Teller herunter fällt und in Einzelteile zerspringt,die sich in der Wohnung verteilen bleibe ich ruhig. Ich werde nicht panisch, weil meine Kinder in der Nähe sind. Ich sage ihnen, dass sie vorsichtig sein sollen und räume es weg. Und wenn sie dann doch auf eine Scherbe treten? Ja, was ist dann? Dann blutet der Fuß. Vielleicht weint mein Kind kurz. Aber ist das wirklich so schlimm?

Oder wenn Wespen und Bienen um einen herumschwirren. Ich konnte schon damals nie verstehen, warum mein Vater beim Anflug einer Wespe wild um sich herum wedelte und die Wespe versuchte weg zu pusten. Ich warte einfach, bis die Wespe wegfliegt. Ich bin überzeugt man wird eher gestochen, wenn man in Panik ausbricht und das Tier ebenso Angst bekommt. Wenn sich eine Wespe in mein Gesicht setzt bleibe ich ganz ruhig und warte bis sie wieder weiter fliegt.
Ich sage meinen Kindern, dass sie aufpassen sollen und achte darauf, dass kein Tier in ihren Mund fliegt. Und wenn sie dann doch einmal gestochen werden? Ja, was ist dann? Es tut kurz weh, das Kind weint wahrscheinlich kurz und der Schmerz geht wieder vorbei. Natürlich ist es was anderes, wenn man allergisch auf die Stiche ist, das sehe ich ein.

 

Zu Besuch bei meiner Oma spielt sich auch jedes Mal die selbe Situation ab. Sie hat Süßigkeiten in einer Schublade und hat jedesmal Angst, dass die Kinder sich ihre Finger quetschen, wenn sie mit den Schubladen spielen. Auch hier sehe ich keine wirkliche Gefahr. Natürlich könnte bestimmt auch so ein Finger brechen. Aber sind wir mal ehrlich, wie oft passiert so etwas? Man muss doch nicht immer gleich vom schlimmsten ausgehen. Dann dürfte man sich am besten gar nicht mehr bewegen. Jetzt mal so ganz überspitzt ausgedrückt.

Ich könnte euch noch unwahrscheinlich viele Beispiele nennen in denen ich sehe, dass Eltern sehr besorgt um ihre Kinder sind, in denen ich selbst es nicht bin. Sie begegnen mir täglich.

 

 

Auch habe ich den Eindruck, dass meine Kinder so selbstbewusst sind, weil ich ihnen diese ganzen Ängste nicht mit auf den Weg gebe. Das heißt nicht das Kinder mit besagten Müttern nicht selbstbewusst sein können.

 

Ich kläre stets darüber auf in welchen Situationen Vorsicht geboten ist und ich weiß auch, dass Kinder vieles noch nicht richtig einschätzen können, aber ich bin immer in der Nähe und wenn ich handeln muss, dann handle ich.

Ich bitte alle Mütter die diesen Text lesen und sich wieder erkennen: Ihr müsst euch nicht rechtfertigen. Es ist ok so wie ihr seid! Ihr möchtet alle nur so gut wie möglich auf eure Kinder Acht geben.. Das weiß ich!  Aber dieses Thema geht mir einfach immer und immer wieder durch den Kopf und ich fühle mich fast schon einsam damit, weil ich bisher kaum gleichgesinnte Mütter im Bezug auf dieses Thema getroffen habe.

 

Ich habe ein tiefes Urvertrauen in meine Kinder und wohl auch darin, dass ich das schon ganz gut mache.

Wieso ist dieses Urvertrauen bei vielen Müttern abhanden gekommen? (Väter wirken aus meiner Sicht immer deutlich gelassener)

Oder liege ich einfach völlig falsch mit allem?

Ich würde mich über eure Meinungen und über einen konstruktiven Austausch zu diesem Thema freuen. Ich weiß, dass dieser Beitrag wahrscheinlich auch viel Potential für un-konstruktiven Content bietet, aber für solche Fälle gibt es ja die Kommentar Moderation. 😉

 

Bis bald,

 

 

kabloggt
11 Comments
  • Bloggermumofthreeboys

    Hi, ich halte mich für mittelängstlich, meine Mutter und mein Mann sind deutlich besorgter und in manchen Kreisen sagt man nach, meine Kinder dürften zuviel und überhaupt. „Trotzdem“ ist unser Großer sehr ängstlich und besorgt. Jüngstes Beispiel: England, dort brauchen Kinder per Gesetz bis 1,35cm einen Kindersitz, größere Kinder brauchen keinen mehr. Unser Großer (deutlich größer) bestand auf einen Kindersitz. Natürlich haben wir dem entsprochen, er soll sich wohl und sicher fühlen. Wir haben ihm nie vermittelt, dass die Welt gefährlich ist, er hat aber oft oder meistens die Sorge, sich weh tun zu können. Daher denke ich, dass Eltern natürlich Einfluss haben und panische Eltern schwerer selbstbewusste Kinder haben, aber dass vieles vom Kind selbst kommt. Selbstbewusst ist unser Großer schon, er schläft sorglos woanders, aber dann gibts wieder Themen, wo er sehr besorgt ist und ängstlich. Lieben Gruß

    6. September 2017 at 20:03 Antworten
    • kabloggt

      Ja, das glaube ich auch. Jedes Kind ist ja anders und bringt eigene Charakterzüge mit. 🙂

      6. September 2017 at 20:11 Antworten
  • Anke Dorn-Sottopietra

    Huhu 🙂
    Ich bin so eine Mama 🙈Leni ist mein drittes Kind und bei ihr bin ich wie eine Wahnsinnige! Max und Paul sind 12 und 9 Jahre alt und bei Ihnen war ich wesentlich entspannter. Ich kann gar nicht sagen woher das kommt und werde auch oft von Bekannten oder meinem Mann gebremst. „Lass sie mal, sie schafft das schon!“
    Ich kann da schlecht aus meiner Haut, versuche aber es zumindest etwas zu lockern.
    Liebe Grüße
    Anke

    6. September 2017 at 20:08 Antworten
  • J

    Ich stimme dir fast durchgehend zu. Und immer wieder musste ich an ohje ich wachse und die panik vieler mütter durch diese app denken. Wieviele mehr angst haben durch das was ihnen ihr handy sagt als durch das was vor ihren augen passiert. In den letzten 12monaten hatten wir gehirnerschütterung, gebrochene fingerchen, wespenstiche und und und aber weißt du was sie wachsen mit ihren erfahrungen. Und daher sage ich danke das es bei allem glimpflich ausging und danke für die Erfahrung

    6. September 2017 at 20:21 Antworten
    • Katrin

      Oh ja! Diese app fand ich auch ganz schrecklich…hab ich nach einer woche wieder vom handy gelöscht 😉

      6. September 2017 at 20:37 Antworten
  • Katrin

    Find den beitrag super! Ich kann immer aus zwei sichten sprechen…aus mamasicht und aus krippenerziehersicht. Als krippenerzieherin war ich auch immer sehr entspannt. Natürlich hab ich meine aufsichtspflicht immer erfüllt aber ich habe die kinder immer viel machen- und erkunden lassen. Ich bin der meinung, dass ich auch eher zu den „lockeren“ muttis gehöre aber ab und zu muss ich dann doch mal hin greifen oder weg schauen wenn der papa zu doll mit dem sohnemann tobt 😉 wenn es das eigene kind ist ist es eben immer etwas anderes. Aber ich versuche dem mini jede freiheit zu geben die er braucht.
    Lh

    6. September 2017 at 20:43 Antworten
  • Michaela

    Ich finde deine Einstellung super 👍 . Machen lassen, dabei wachend und ünterstützend zur Seite stehen. Genauso habe/ mache ich es auch. Sie sollen ja lernen Gefahren zu erkennen, aus Fehlern zu lernen, Situationen richtig einzuschätzen…. Wenn man sie ständig von allen fern hält kann ich mir nicht vorstellen, dass die Kinder so ein gesundes Selbstvertrauen entwickelten können.

    6. September 2017 at 20:48 Antworten
  • Hanna F.

    So, wie du es schreibst, finde ich es auch super! Wir sind auch entspannt mit unseren Kindern! Sie dürfen auf Bäume klettern, barfuß im Grass mit blühendem Klee laufen, wir haben das Treppengitter abgebaut, als die Kleine noch keine eineinhalb war (und vorher war es meistens offen). Alles locker, wir hatten auch schon einen Bienenstich am Fuß, die Treppe ist auch schon mal eine runtergepurzelt, alles gut ausgegangen.
    Mich kribbelt es immer, wenn eine Freundin mit ihren Kindern zu Besuch ist, die nich barfuß laufen dürfen, die ständig gesagt bekommen, „pass auf“, die ihrem vierjährigen immer noch nicht zutraut, die Treppe alleine hoch und runter zu gehen. Und alle nas lang vom Kaffeetisch aufsteht, um nach den Kindern zu schauen.
    Liebe Grüße
    Hanna

    7. September 2017 at 7:50 Antworten
  • Christine S.

    Meine dürfen auch ziemlich viel – sie gehen z.B. auch alleine auf den Spielplatz – ich kann ein kleines Stück davon von zu Hause aus sehen und sie meistens hören 😉 Klar gibt es auch mal Schrammen und Beulen, aber vieles müssen sie auch selbst erfahren um zu wissen was passiert. Dass hinfallen weh tut und wie man geschickt fällt, das kommt dann schon von alleine – genauso wie sie sich selbst den Kühlpad holen wenn sie sich weh getan haben 😉

    7. September 2017 at 23:20 Antworten
  • Khanysha

    Oh ja, ich stimme dir voll zu! Der Beitrag könnte so – natürlich mit meinen, nicht deinen, Beispielen – genau von mir sein! Und ich frag mich dann immer, „wie lange wollt ihr euer Kind so beschützen?“ Lernt loszulassen! 😉 Eure Kinder lernen dadurch 😉

    9. September 2017 at 6:38 Antworten
  • Julia Marre

    Hallo, mir gefällt Dein Beitrag sehr gut – ganz ähnlich hätte ich ihn auch beschrieben. Ich habe einige ängstliche Mütter in meinem Umfeld über Jahre beobachtet, die ihre Kinder zu gehemmten Angsthasen erzogen haben. Das ist so furchtbar schade. Denn nur, wer einfach alles ausprobiert, lernt auch schnell damit umzugehen.
    Toller Text!
    Liebe Grüße, Julia

    21. September 2017 at 20:43 Antworten

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