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Braucht jedes Kind sein eigenes Zimmer?

Braucht jedes Kind sein eigenes Zimmer?

Der ein oder andere wird es wahrscheinlich schon via Instagram mitbekommen haben. Zum 1. August ziehen wir wieder um.

 

Dieser Umzug ist mehr als dringend. Wir leben zu 5 Personen plus 2 Kater auf sehr engem Raum. Wir spielen, kochen, essen, streiten und schlafen teilweise in ein und dem selben Raum. Unser Wohnraum ist Flur, Küche, Esszimmer und Wohnzimmer in einem. Mein Mann schläft ebenfalls in diesem Raum und Onno schläft dort jeden Abend auf dem Sofa ein. Und dieser Raum ist eben auch alles andere als groß. Wir haben ein Kinderzimmer, dass sich Onno und Karla teilen mussten. Keine Frage, dieses Zimmer ist schön und groß. Es ist genug Platz für zwei Kinder. Trotzdem weiß ich, dass beide ein eigenes Zimmer brauchen. Und auch Paul kommt in das Alter, in dem er sein eigenes Reich braucht.

 

Sätze wie:

 

Kinder können sich auch ein Zimmer teilen.

und

Drei Kinderzimmer sind purer Luxus.

 

höre ich sehr oft. Es mag ja sein, dass es Kinder gibt die sich sogar gerne ein Zimmer teilen. Und klar ist das toll, wenn man das Glück hat und eine nette 5 Zimmer Wohnung findet, die auch noch irgendwie bezahlbar ist. Das ist sicherlich auch ein bisschen Luxus. Aber ich finde es für die Lebensqualität unserer ganzen Familie unabdingbar. Warum? Das erzähle ich euch gerne.

 

In den letzten Monaten, auch schon vor Pauls Geburt, hat es hier täglich geknallt. Die ganze Familie streitet, und das nicht nur ein Mal am Tag. Onno und Karla streiten sich um alles. Also wirklich um ALLES. Das zerrt an unseren Nerven und dann streiten nicht nur die Kinder untereinander sondern erst auch ein Elternteil mit einem Kind und zum Schluss dann wir als Eltern untereinander. Ausweichmöglichkeiten gibt es hier kaum. Wenn ich nicht wüsste, dass mein Mann und ich uns ständig und immer nur wegen der Kinder streiten, dann würde ich tatsächlich an unserer Ehe zweifeln. So sage ich mir aber immer, dass die Kinder mal groß sind und sich viele Streitthemen in Luft auflösen werden. Irgendwann wurde mir auch klar, dass es logisch ist das wir uns ständig zoffen, wenn wir die ganze Zeit aufeinander hängen. In einer viel zu kleinen Wohnung die von oben bis unten vollgestopft ist mit Möbeln, Spielzeug, eben allem was man so hat, was aber hier eigentlich gar nicht alles rein passt. Chaos in der Wohnung, Chaos unter den Kindern, Chaos bei uns Eltern. Die Köpfe voll von Chaos.

 

Onno war zuerst da. So ist auch klar, dass Onno die meisten Sachen hat, was Spielzeug betrifft. Viele Sachen wurden von SEINEM Spielzeug zu Spielzeug für ALLE. Karla hat ihre Puppen und Puppenwagen und eine einzige pinke Box im Regal, die sie wirklich ihr eignen nennen darf. Das es also Streit um Spielzeug gibt ist irgendwie auch vorprogrammiert. Natürlich weiß sie, dass diese Sachen nur ihr gehören. Trotzdem hat sie keinen eigenen Raum für ihren Kram. Alles wild durcheinander gemixt und in eine Kiste gequetscht. Das hat bald ein Ende.

 

 

Ich freue mich unglaublich darauf, Karla ihren Raum zu schaffen, in dem sie sich frei entfalten kann. In dem all ihre Sachen einen Platz finden und alles unverwechselbar ihr Eigen ist. In dem Onno und irgendwann auch Paul und wir als Eltern nur eintreten wenn es Karla recht ist. Genauso aber auch für die anderen beiden. Ein Raum für sich und ihre eigenen Sachen. Ich finde es so wichtig, damit sich ein Kind frei entfalten kann. Und das nicht erst ab Schulalter. Das höre ich nämlich auch ganz oft.

 

Kinder sollten ein eigenes Zimmer haben, wenn sie in die Schule kommen.

 

Ich glaube diese Aussage kommt daher, dass Eltern wichtig ist, dass Kinder in Ruhe ihre Hausaufgaben machen können. Es gibt bestimmt Kinder, die ihre Hausaufgaben alleine in ihrem Zimmer machen. Ich glaube aber eher, dass die meisten ihre Hausaufgaben am Esstisch machen. Im Austausch mit den Eltern. Auf der einen Seite kann man dem Kind so besser helfen und einen Einblick bekommen, was das Kind eigentlich gerade alles lernt und in der Schule erlebt auf der anderen Seite hat man natürlich auch ein bisschen die Kontrolle darüber, ob das Kind seine Hausaufgaben zufriedenstellend erledigt. Gut, das Thema Schule ist hier noch weit weg und ich will nicht behaupten, dass ich Ahnung davon hätte. Ich wollte auch eigentlich nur sagen, dass ich finde, dass Kinder schon viel früher ihren eigenen Raum brauchen. Unabhängig von Schule oder sonstigen Dingen.

 

Schlafen ist schließlich auch ein wichtiges Thema. Jeder weiß wie wichtig Schlaf ist. Ich hatte bereits zu Beginn erwähnt, dass Onno jeden Abend im Wohnzimmer auf dem Sofa einschläft. Während wir als Eltern oder zumindest einer von uns mit im Raum ist. Das liegt daran, dass Karla einen sehr leichten Schlaf hat. Karla geht immer als erste in Bett. Eigentlich wäre aber kurze Zeit später auch Onnos Schlafenszeit. Wir müssten dann aber jedesmal warten, bis Karla eingeschlafen ist und dann ohne ein Geräusch zu verursachen Onno im Anschluss ins Bett zu bringen. Das ist unmöglich. Selbst wenn Onno freiwillig ins Bett geht und müde ist, irgendwas hat er immer noch zu sagen. Und wenn es auch nur das Gute Nacht Mama ist – zack, ist Karla wieder wach.  Also schläft Onno hier jeden Abend auf dem Sofa ein und mein Mann trägt ihn danach leise ins Bett. Das das keine tolle Lösung ist, ist einleuchtend oder?

 

 

Auch mein Schlaf ist mir wichtig. Wenn ich meinen Schlaf optimieren kann, dann mache ich das. Somit freue ich mich auch darauf, dass Paul schon sein eigenes Zimmer – neben unserem Schlafzimmer – bekommt. So toll auch ein Familienbett sein mag, ich schlafe am besten allein und so geht es auch meinen Kindern. Wenn ich morgens vor Paul wach werde und mich nochmal auf die andere Seite drehe, wird er wach.

 

Für unsere Fälle kann ich also sagen, dass jedes Kind sein Kinderzimmer braucht. Es tut jedem einzelnen von uns gut. Den Kindern, weil sie ihren Freiraum und ihre Privatsphäre haben und uns Eltern, weil es so manche Stresssituation auflösen wird. Davon bin ich überzeugt. Und wenn es mal wieder ganz schlimm wird können wir einfach sagen:

 

ONNOKARLAPAUL, GEH AUF DEIN ZIMMER! 😉

 


 

An die Eltern mit mehreren Kindern – haben eure Kinder alle ein eigenes Zimmer? Was findet ihr gut und was schlecht daran? Welche Vor- oder Nachteile seht ihr darin, wenn Kinder sich ein Zimmer teilen (müssen)? Erzählt doch mal, ich freue mich über eure Kommentare.

 

Bis Bald,

kabloggt
1 Comment
  • KathleenPetrovic

    Unsere Kinder haben jeder ein eigenes Zimmer… Aber: auch wenn sie sich tagsüber um einfach alles streiten, abends wollen sie zusammen in einem Bett schlafen. Es gibt also ein gemeinsames Schlaf- und ein Spielzimmer. Demnächst wollen wir aber umräumen und die Zimmer streichen, da werden es wohl wieder zwei getrennte…

    5. Juni 2017 at 23:57 Antworten

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